Landbesetzung in der Nachbarschaft

Zum globalen Kampftag der Kleinbäuer*innen und Landlosen fand auch dieses Jahr das Gartenfest „la via campesina“ im Nachbarschaftsgarten Prachttomate statt.

Im globalen Süden kämpfen Millionen von Kleinbäuer*innen und Landlose gegen die Ausbeutung von Großgrundbesitzer*innen, Konzernen und Staaten. Viele von ihnen vereinen sich in der Bewegung des „bäuerlichen Wegs“ (via campesina). Am Kampftag kommt es jährlich weltweit zu Demonstrationen und Aktionen gegen Landraub und Landbesetzungen. Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und Saatgut steht im Widerspruch zur kapitalistischen Wirtschaftsweise. Alle Bereiche des Lebens werden zur Waren, die vermarktet werden müssen.

Auch wenn in Europa der größte Teil der Landwirtschaft industrialisiert und monopolisiert ist, gibt es auch hier Widerstand dagegen. Das alljährliche Gartenfest ist ein Zeichen der Solidarität an die kämpfenden Bäuer*innen und verbindet ihren Kampf mit der urban gardening Bewegung hier. Mitten in den Metropolen gibt es gemeinschaftliche Gärten, in denen Nachbar*innen ihr eigenes Gemüse ziehen, sich treffen und austauschen. Doch auch hier gibt es immer wieder Auseinandersetzung um die genutzten Flächen. So musste auch der Neuköllner Nachbarschaftsgarten Prachttomate gut die Hälfte seiner Fläche räumen, da dort eine Baugruppe Eigentumswohnungen errichten möchte. So war in diesem Jahr das Fest nicht nur ein Symbol der Solidarität, sondern auch eine kurzzeitige Besetzung der geräumten Fläche. Verschiedene internationalistische Initiativen informierten über die sozialen und ökologischen Umstände in Kolumbien, Brasilien, Indien, Peru, Rojava, Venezuela und vielen mehr. In Vorträgen erzählten Aktivist*innen von der aktuellen Situation in Brasilien, wo sich mit Jair Bolsonaro ein bekennender Faschist an der Macht befindet.

Wir sehen uns als Teil dieser weltweiten Bewegung im Kampf um Grund und Boden. Hier in Berlin machen Unternehmen Millionen, wenn nicht gar Milliarden mit Wohnraum, der für uns unabdingbar ist. Wir werden mit Gewalt aus unseren Wohnungen und unserem Umfeld gerissen. Der Widerstand wird größer, doch die Debatten müssen weitergeführt werden.

Darum haben wir bei dem Fest einen Diskussionsbeitrag verteilt und mit unseren Nachbar*innen über Enteignung, Besetzungen und kollektive Selbstverwaltung von Wohnraum geredet.

Sabot44

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